RSS

Volontariat des Lebens

In unserer Vorbereitung wurde uns immer wieder gesagt, dass das eigentliche Volontariat eigentlich erst nach unserem Jahreseinsatz im Projektland beginnen würde.

„Das eigentliche Volontariat beginnt nach dem Volontariatseinsatz.“

Jetzt kann ich es bestätigen.

Seit 3. September bin ich zurück in Österreich. Kaum am Flughafen in Wien angekommen ging alles sehr schnell – vielleicht sogar ein bisschen zu schnell. Nach Hause, Geburtstagsfeier, Schlafen, Studieninskription und Wohnungsschlüsselübergabe in Graz, Umzug, Studienbeginn,…

Vielleicht war es aber auch gut, dass ich gerade in dieser ersten, teils schwierigen Zeit nach meiner Rückkehr nicht die Zeit hatte, mir über all die echt krassen Unterschiede zu viele Gedanken zu machen.

Mittlerweile setze ich mich täglich damit auseinander und genieße trotzdem, wenn nicht sogar deshalb, mein Leben in vollen Zügen.

An manchen Tagen fühle ich mich hilflos und klein und dann fällt es mir auch schwer über mein Volontariat mit Fremden zu sprechen, weil es mir einfach unmöglich vorkommt, all die Eindrücke halbwegs wahrheitsgetreu vermitteln zu können.

Es freute mich natürlich sehr, als ich die Einladung bekam, in meiner ehemaligen Hauptschule 2 Projekttage mit der 2. und 3. Klasse zu machen. Die Vorbereitung und dann vor allem das Beantworten der so einfach klingenden Kinderfragen war jedoch alles andere als ein Kinderspiel.

Im Februar werde ich wieder für 3 Wochen nach Äthiopien fliegen. Dieses Mal alleine und auf eigene Faust.  Ich weiß noch nicht ob ich in meinem ehemaligen Projekt vorbeischaue. Einerseits ist es möglicherweise schwierig für die neuen Volontäre und andererseits fällt auch mir ein Wiedersehen verbunden mit einen kurz danach folgendem Abschied sicherlich nicht leicht. Ich werde aber auf jeden Fall versuchen, 20 Fußballschuhe (egal ob bereits getragen) für meine Fußballmädls, die zur Zeit ja schon ziemlich professionell unterwegs sind, mitnehmen zu können. Auch ein paar Bälle sind ein muss.

Da sich das ganze mit meinem Studentenbudget jedoch nicht ganz vereinbaren lässt, wäre ich über jede Fußballschuh- oder auch Fußballspende froh und sehr dankbar.

Nicht mehr gebrauchte Fußballschuhe zuhause?
– benachteiligten Fußballmädls aus Äthiopien helfen!

Ich denke oft an „meine“ Kinder, Schüler und besonders Freunde in Äthiopien. Von den meisten habe ich keine Ahnung wie es Ihnen geht, ob sie halbwegs über die Runden kommen, ob sie glücklich sind. In diesen Momenten kommt mir mein Leben, vor allem aber meine Probleme und Herausforderungen, hier in Österreich, lächerlich und klein vor.

Ich muss mir dann immer wieder sagen, dass es ja eigentlich sogar noch mehr „Verarsche“ (sorry für die Wortwahl, trifft´s aber am Besten) wäre, wenn ich dann über mein Leben in Luxus und Überfluss auch noch Trübsal blasen würde. Sehe wieder das überwiegende Positive und versuche möglichst vielen ein Lächeln zu schenken.

Ja, ich habe mit meinem Leben so richtig Glück, ohne irgendetwas Maßgebliches dafür getan zu haben. Die meisten Menschen haben dieses Glück nicht. Dies ist nicht meine Schuld, aber irgendwie fühle ich mich verpflichtet wenigstens ein bisschen was von meinem Glück weiterzugeben.

Advertisements
 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - Dezember 5, 2012 in Uncategorized

 

lang nix mehr lesen lassen …

Nach 4 monatier Schreibpause, schaff ichs endlich wieda mal a paar Eindrücke und Neuigkeiten aus meinem Volontariat niederzuschreiben. Was hat sich getan?

Wie erwartet ist das 2. Halbjahr viel zu schnell vergangen und nun verbleiben nur noch 3 Wochen. Bis Anfang Juni unterrichtete ich wie gewohnt Spoken English an der Primary (VS), Junior (HS) und Don Bosco High School in Zway. Dann hieß es wieder einmal beurteilen. 400 Schülern eine möglichst fairen Prozentsatz (in Äthiopien gibts Prozent und keine Noten) zu geben war auch im 2. Semester nicht leicht. Doch ich hatte aus meinen Fehlen vom 1. Semester gelernt und war schon darauf eingestellt, dass viele Stunden ausfallen werden. So hatte ich dann zum Glück genügend Tests, Hausübungen und Mitarbeitspunkte um zu einem Prozentsatz zum kommen.

Anfang Juli schlossen Anne und ich den English Unterricht im Egisera-Projekt mit einer Competition ab. Unsere 4 Gruppen (je ca. 10 Schülerinnen) gaben mit einem Englisch Lied, einer Konversation, einem Grammerteil und im Volleyball ihr bestes.
Mitte Juli hatte ich dann auch mit meinen 5 IT Gruppen im Egisera-Projekt die letze Stunde.

Besondere Freude machte mir der Besuch miener Familie Mitte Juli. Nach dem ich ihnen mein Projekt und Zway zeigte erkundigten wir für 8 Tage den Süden Äthiopiens, der echt einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Kaum von der Familie verabschiedet startete auch schon die Summer School mit Tutorial Classes an vier Vomittagen pro Woche für 1.-8. Klässler (VS und HS). Auch hier unterrichte ich Spoken English. Vorallem die 1. Und 2. Klassen sind eine neue Herausforderung. Bereitet mir aber sehr viel Freude und die Kinder sind wie immer zum fressen süß, auch wenn sie nicht immer „Vorzeige-Schüler“ sind.

An allen Nachmittagen finden im Oratorium (eine Art Jugendzentrum) Competitions und Spiele für die Kinder statt. Also immer „Full-House“. 🙂 Mittwoch und Sonntag Nachmittags fahren wir auch nach Dida (kleines Dorf in der kompletten Pampa) und organisieren dort Spiele für ca. 700 Kinder.

Dida ist mir in diesem Jahr besonders ans Herz gewachsen. Zum einen durch die enorme Herzlichkeit der Menschen und zum anderen finde ich es einfach bewundernswert wie man in einer kleinen Lehmhütte ohne Strom oder fließendes Wasser so glücklich und zufrieden sein kann. Besonderen Respekt habe ich vor Zemzem, einer sehr guten Freundin von mir, di auch in einer kl. Lehmhütte (durchmesser 2m) in Dida wohnt und mit ihren 19 Jahren hochschwanger ist. Obwohl sie und ihr Freund weder 1€ Ersparnisse noch Arbeit haben, strahlen beide über s´ganze Gesicht und freuen sich schon sehr auf ihr gemeinsames Kind. Echt bewundernswert.

Ohhh.. mein Gott. Ich war gerade beim schreiben dieses Blogeintrages und es war in etwa 2:00 in der Nacht, als ich plötzlich ein lautes Klopfen hörte. Zuerst dachte ich, dass nur wieda irgendein großer Vogel am Dach ist, doch nach ein paar Minuten kamen schon die Italienischen Volontäre und fragten mich ob ich das Klopfen auch gehört habe. Wir hörten den Wachmann Hannah rufen und Giacomo (Langzeitvolontär, hauptverantwortlich fürs Tokuma Projekt) ging rauß um ihn zu fragen was den los sei. Es stellte sich herauß das Hannah Lema, ein 19 jähriges Mädchen das seit 5 Monaten im Tokuma Projekt arbeitet, in den Wehen lag und dringen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Giacomo und ich fuhren schnell zu ihrem Haus und brachten sie gemeinsam mit 2 Frauen aus Hannas Nachbarschaft ins Share Ethiopia Hospital. Wir stützen sie die ganze Zeit, da ihr jegliche Bewegung sehr schwer viel. Um ca. 3:00 Nachts waren wir im Krankenhaus. Die Krankenschwester meinte, dass es noch ca. 8 stunden dauern würde, bis sie gebärt. Nachdem Giacomo 1000 birr, also die Kosten fürs Gebären bezahlt hatte, fuhren wir wieder nach Hause, Hannahs Nachbarinnen blieben bei ihr. Heute, Sontag Morgen, hat sie bereits ein gesundes Kind zur Welt bekommen. 🙂

Das Share Ethiopia Hospital ist das einzige Krankenhaus in Zway, es ist jedoch ein privates Krankenhaus. Deshalb werden nur die Patienten behandelt die es sich auch leisten können. Alle gebärenden Frauen müssen zuerst 1000 birr bezahlen um überhaupt in Behandlung zu kommen. Nach einer Geburt ohne jegliche Komplikationen und mit sofortiger Entlassung bekommen sie 300 birr der 1000 im Voraus bezahlten birr wieder zurück. Falls Komplikationen auftreten, kann eine Schwangerschaft bis zu 3000 birr kosten. Auch dies muss vor der Operation/Geburt bezahlt werden. 3000 birr entspricht jedoch 6 Monatlöhne einer Köchin oder einen Jahreslohn einer Kellnerin. Giacomo erzählte mir, dass vor einem Monat eine junge Frau aus Mekki (kleine Stadt, Nähe von Zway) im Share Hospital lag und ihn um Unterstützung bat. Ihr Kind im Mutterleib war bereits tot, doch für die Operation um das tote Baby herauszuholen musste sie 3000 birr bezahlen. Da sie jedoch weder Mann, noch Familie geschweige den Geld hatte, konnte sie sich das nie und nimmer leisten. Hätte sie also niemanden der ihr helfen würde, wäre nicht nur ihr ungeborenes Kind gestorben, sonder auch sie selbst. Wie verzweifelt die Frau gewessen sein muss, kann man sich nicht vorstellen.

Hannah kann sich sehr glücklich schätzen, da das Tokuma Projekt für sie die Kosten übernimmt. Zu ihrer Familie, die in Saudi-Arabien lebt, hat Hannah keinen Kontakt. Ihr Mann starb vor 5 Monaten, er wurde von einem Minibus überfahren. Zu diesem Zeitpunkt war Hannah bereits im 4. Monat schwanger. In Äthiopien kommt es nicht selten vor, dass Schwangere Frauen von ihren Männern verlassen werden, da diese die Verantwortung nicht tragen wollen oder können. Rein theoretisch würde ihnen laut äthiopischem Recht Unterstützung zustehen, in der Praxis sind sie jedoch auf sich alleine gestellt.

Freue mich schon den kleinen zu sehen. 🙂

Wünsch euch noch einen schönen und entspannten Sommer. Denkts halt ab und zu dran welch Glück wir haben und schätzts und genießts euer Leben – is ja doch ned alles selbstverständlich.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - August 12, 2012 in Uncategorized

 

Die Zeit wird zu kurz!!!

Die Zeit wird zu kurz!!!

Meine Zeit, hier in Äthiopien wird einfach viel zu kurz. Viel zu glücklich bin ich hier und noch viel zu viele Projekte möchte ich  verwirklichen. In nur mehr 4 Monaten geht es wieder zurück nach Hause. In eine Welt des Wohlstands und der unwesentlicher Probleme.
Nicht, dass ich Österreich nicht schätzen würde, im Gegenteil, erst jetzt ist mir bewusst geworden wie viel mir an meiner Heimat liegt und wie glücklich ich mich doch schätzn kann in Österreich geboren zu sein. Doch gerade bei der Zufriedenheit der Menschen, beim täglichen Lächeln und vor allem beim „Sich zeit nehmen“ ist uns Äthiopien weit voraus.

Mittlerweile werde ich schon mehr und mehr als „Einheimische“ angesehen, die „Ferentschi-Rufe“  sind schon selten und auch angebettelt werde ich kaum noch. Umso öfter werde ich auf Kaffeezeremonien oder zum Essen zu jemanden nach Hause eingeladen. Egal wo und wann man bekannte Gesichter trifft, die Leute nehmen sich immer Zeit mit einander zu reden, zu fragen wie es einem, der Familie so geht.

Es ist mir schon des öfteren passiert, dass ich nach dem Unterrichten noch mit einigen der „Egisera-Mädls“ spazieren ging, und sie mich dabei immer wieder auf meinen viel zu schnellen Gang hinwiesen. Mittlerweile hab ich „das äthiopiesche-dahinschländern“ aber schon halbwegs drauf.

In der letzen Zeit unterrichtete ich sehr viel, da ich alle Supplierstunden ubernahm, die ich nur irgendwie übernehmen konnte. Denn gerade beim Unterrichten wird mir bewusst wie schnell die Zeit vegeht. In nur 2 Wochen werde ich die letzte Stunde mit meinen Highschool Schülern haben. Kurz darauf folgt auch der Schulschluss der Junior und Primary School. Doch gerade jetzt habe ich einen sehr gute Verbindung zu meinen Schülern aufgebaut, weiß was sie noch lernen sollen und was sie noch lernen wollen. Weiß welche Schüler sehr motiviert und welche eher zum Unterricht motviert werden müssen.

 

Noch 4 Monate habe ich Zeit, alles zu geben und vieles zu erleben. Darum will ich jetzt auch gar nicht in Wehmut verfallen, sondern werde einfach jeden Moment genießen und versuchen möglichst vielen Kindern ein Lächeln in Gesicht zu zaubern.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - April 30, 2012 in Uncategorized

 

Hefte, Bücher, Brot und Unterricht

Nach einem spannenden und arbeitsintensiven ersten Monat zurück in Zway, nehme ich mir nun wieda einmal Zeit, ein paar meiner vielen Eindrücke niederzuschreiben.
Im letzten Monat war ich, neben dem Unterrichen, vorallem mit ein paar Projekten, die ich mit den Spendengeldern verwirklichen kann, beschäftigt.

So kaufte ich Hefte für die Kinder in Dida, 250 Bücher für die Bibliothek der Junior School, 2 Volleyballnetze und die 3 Tischfussballtische wurden repariert und sind nun wieder im vollen Einsatz. Das größte Projekt war aber sicher die Neudeckung der Jausenhütte vor der Primary School. Nachdem wir das alte Gras und den „Dachstuhl“ entfernten, wurde das Dach mit Schilff neu gedeckt. Die Arbeiter leisteten ganze Arbeit, nur eine Woche brauchten sie um das Dach wieder ansehlich und vorallem regensicher zu machen. Für mich war es sehr interessant und aufregend die Lohnverhandlungen mit den Arbeitern auf Amharisch zu machen und die Holzstäbe und das Schilff am lokalen Markt zu kaufen.

Nun bin ich aber echt froh, dass die Arbeiten an der Hütte so gut wie abgeschlossen sind, denn gestern startete ich, gemeinsam mit Anne, ein neues Projekt.
Einige der Schüler an der Don Bosco Schule sind sehr arm und brauchen besonders in Notsituationen, (z.B.: ein Elternteil ist schwerkrank und das Geld für die Medikamente fehlt) dringend Hilfe von außen. In der High School konnten die Schüler bisher einfach in alle Klassen gehen und ihre Mitschüler um Spenden bitten. Dies ist, wie man sich vorstellen kann, aber nicht gerade das Angenemste und für die Schüler sehr schwierig. An österreichs Schulen gibt es für hilfsbedürftige Schüler meist Hilfe vom Elternverein. Da es solchen hier leider nicht gibt, kam mir die Idee mit einer Schulfotoaktion Geld für einen Solidaritätstopf zu sammeln. So können hilfsbedürftige Schüler einfach bei Ato Gebre, Dirketor der High School, um Hilfe ansuchen.

Gestern gingen wir in alle Klassen um ihnen die Idee der Fotoaktion, also das jede Klasse ein Klassenfoto macht und die Schüler auf Wunsch auch Einzel- und Freundschaftsfotos machen können, vorzustellen. Die Schüler waren sehr begeistert.
Anschließend ging ich gleich zum Photodruckgeschäft um mit Tameru, dem Besitzer, einen guten Preis auszumachen. Den bekam ich auch. So kostet ein Klassenfoto (10x15cm) 2 birr, Einzelfoto od. Freundschaftsfotos gr. (10x15cm) 2 birr und 8 Passfotos 3 birr. (1Euro = 22birr) Klassenfotos und Freunschaftsfotos werden um 5 birr angeboten und das Set gibts um 15 birr. Insgesamt müsste ein Gewinn von ca. 1500 birr in den Solidaritätstopf kommen.
Am kommenden Montag starten wir mit dem photografieren der 9ten Klassen, bin schon gespannt wie´s wird.  Wenn´s an der High School gut funkioniert, werden wir auch an der Junior School und der Primary School eine Fotoaktion durchführen.

Das Unterrichten bereitet mir mehr Freude als je zu vor, auch wenn es vor allem in der High School manchmal auch sehr anstrengend ist. Das Klischee, dass in Afrika alle Schüler die Schule so schätzen und deshalb kleine Engerl sind, bestätigt sich in der High School leider oder auch zum Glück (sonst wärs ja keine Herausforderung. 😉 ) nicht. Im Alter von 15 – 18 Jahren, hat man einfach anderes im Kopf, als dem Unterricht immer aufmerksam zu folgen. Nach dem ich den 9ten Klassen ein paar mal ins Gewissen redete („ich liebe es euch zu unterrichten und glaube auch, dass es für euch sehr hilfreich und wichtig ist, doch wenn ihr im Unterricht weiter stört wie bisher, finde ich mir sicherlich auch eine andere Beschäftigung,…“), beschloss ich nun einfach einen auf „strenge Lehrerin“ zu machen, was sehr gut funktioniert. Natürlich wird zwischendurch auch viel gelacht, doch wenn ich will, dass sie ihren Klassenkollegen bei den Präsentationen Aufmerksamkeit schenken und leise sind, muss es auch wirklich leise sein. Wenn nicht ist halt dann ihr Libreto, Schülerausweis, meins oda sie müssen einfach rausgehn.

In Dida trifft das Klischee mit den braven, wissbegierigen Kinder jedoch voll zu. Jeden Mittwoch nachmittag unterrichte ich in dem kleinen Dorf die 3. Und 4. Klasse Volksschule in English. Da es sich um Zusatzunterricht handelt schwankt die Schülerzahl so zwischen 80 und 100 Schülern, und dass in nur einer Klasse mit ca. 10 x 6m. Vorallem bei kleinen Übungen wie dem Vokabelkönig sind die Schüler vor Begeisterung kaum zu bremsen. Da sie aber auch leise sind, wenn sie es müssen, ist die extrem hohe Schüleranzahl hier gar kein Problem.
Vor einer Woche war Regen mehr als ausständig, besonders die Menschen in Dida waren von der Dürre sehr betroffen und hatten kaum etwas zum Essen. Aus diesem Grund teilen wir jetzt jeden Mittwoch 250 Brote an die Schüler der Don Bosco Schule in Dida aus. Meistens bleiben uns noch ca. 50 Brote über, die wir dann unter den vielen Kinder, die am Zaun vor der Schule warten, verteilen. So glücklich es mich auch macht helfen zu können, so sehr schmerzt mich der Anblick der vielen kleinen Kinder, die um die bestens Plätze am Zaun kämpfen. Es hört sich jetzt vielleicht übertrieben und brutal an, aber es macht echt den Anschein, als ob viele von ihnen für das Stückchen Brot echt alles machen würden. Letzten Mittwoch, hat das Austeilen, danke unserer neuen „Strategie“, aber schon gut funktioniert. Die kleinen Kinder kommen ins Projekt rein, müssen sich in Reihen aufstellen und bekommen dann, einer nach dem anderen ein Stück Brot, dass sie dann noch im Projekt essen müssen. Wenn ich die meist aufkommenden Tränen in meinen Augangen dann erfolgreich bekämpft habe, muss ich auch schon wieder meine ganze Energie sammeln um die ca. 250 Kinder dazu zu bewegen sich niederzusetzten und aufmerksam zuzuhören, damit ich ihnen den Verlauf der vielen Turniere (Fußball, Volleyball, Völkerball) berichten kann. Danach gehts dann ab zu den diversen Turnieren. Nach Dida bin ich immer komplett müde und erschöpft, doch mit einem zufriedenen Lächeln.

Letzten Sonntagabend hat es, Gott sei Dank, endlich zum regnen begonnen. Anne und Ich liefen vor Freude, wie Verrückte, im strömenden Regen herum. Tagsüber ist es noch immer sehr heiß, doch abends schüttet es nun täglich wie aus Eimern. Der Regen wird auch oft von einem kräftigen Gewitter begleitet.

Nach nicht einmal 5 Monaten heißt es schon wieder Abschied nehmen. Mit dem Gedanken kann ich mich momentan, auch wenn ich mich noch so sehr auf meine Freunde und Familie freue, überhaupt nich anfreunden. Viel zu schnell verfliegt die Zeit und viel zu viel möchte ich noch machen. Von den vielen grammatikfehlern abgesehen, ist mein (gesprochenes) Amharisch ist mittlerweile echt schon ziemlich gut. Dadurch kann ich nun nicht nur Small-Talk führen sonder mich echt mit den Menschen unterhalten. Auch wenn meine ausdrucksweise oft der eines kleinen Kindes sehr ähneln muss und ich mir oft wie beim Activityspielen vorkommen, wenn ich wieder einmal versuche meinen fehlenden Wortschatz zu umschreiben und dabei mit Händen und Füßen werke. Ich hab Spaß dabei. =)
Je mehr ich auf Amharisch sprechen kann, desto stärker und intensiver werden auch die Freundschaften hier und desto mehr Einblick bekomme ich auch in die faszinierende Kultur der Äthiopier.

Auch wenn ich nach 5 Monaten wieder mit dem Luxus in Österreich leben werde, bin ich mir sicher, dass es für mich doch anders sein wird und ich zu vielem einen anderen Zugang gewonnen habe. Viel zu prägend sind all die Erlebnise und Eindrücke hier. Dass ich, sobald es mein Studentenbudget erlaubt, wieder nach Zway (wenn auch nur auf Besuch) kommen werde, ist auch schon fix.

Noch habe ich zum Glück 5 Monate, in denen ich mein Möglichstes geben und noch viel mehr zurückbekommen werde.

 

30€ Spendengelder aus Sarleinsbach = 150 Schulhefte = 150 strahlende Kinderaugen aus Dida

Jeden Mittwoch nachmittag unterrichte ich die 3. und 4. Klasse Volksschule in Dida. Für die Schüler ist das eine zusätliche Möglichkeit Englisch zu lernen. Meistens nützen diese ca. 60- 70 Schüler.

Die Schüler sind sehr lernmotiviert, doch in der Vergangenheit hatten die meisten von ihnen weder einen Stift noch ein Heft um das gelernte auch festhalten zu können.

Aus diesem Grund kaufte ich am Montag mit 30 € Spendengeldern aus Sarleinsbach für alle Kinder der Volksschule in Dida ein Schulheft. Dieses teilte ich dann, gemeinsam mit Daniel (Direktor von Dida, Anne und Giacomo) gestern Nachmittag aus. Für 30€ kann man sich in Österreich vielleicht ein T-shirt kaufen oder kann einmal nett essen gehen. Hier konnten wir 150 Kindern aus Dida eine riesen Freude machen.

Danke für die Spenden!

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - März 15, 2012 in Uncategorized

 

Voller Motivation ins 2. Halbjahr

Nach 2 Wochen Halbzeitpause (neues Visum war fällig) in Österrich, bin ich seit Dienstag Abend wieder zurück in Zway.

In meinen ersten Tagen, hatte ich wieder ein bisschen mit der gewaltigen Umstellung zu kämpfen und auch der erneute Abschied von Zuhause viel  mir nicht gerade leicht.

Trotzdem bin ich sehr froh, dass ich für 2 Wochen Heimatluft schnupern durfte. Nicht nur weil ich Familie und Freunde wieder sah und in den Genuss einer heißen Dusche kam, sondern vorallem da ich so die Möglichkeit hatte, 2 Vorträge über mein Volontariat zu halten. Zum einen in meinem Heimatort Sarleinsbach und zum anderen in der BBS-Rohrbach, meiner ehemaligen Schule.

Hiermit bedanke ich mich nochmals für das große Interesse und die zahlreichen Spenden. Für die besonders großzügige Unterstützung bedanke ich mit bei Alois& Sabine Mandl, der Goldhaubengruppe und der katholischen Frauenbewegung Sarleinsbach. Bei meiner Mama, Herrn Pfarrer Franz und bei Mag. Michaela Wundsam bedanke ich mit herzlich für die riesige Unterstützung bei der Organisation.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Dank euch allen kann ich nun nicht nur mit voller Motivation, sonder auch mit dem nötigen Kleingeld um so manch kleinere oder größere Projekte zu verwirklichen, in ein intensives 2. Halbjahr starten. Danke!

 

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - März 10, 2012 in Uncategorized

 

Kaum zu glauben – es ist Halbzeit!!!!

Ich freue mich schon wahnsinnig auf Daheim, meine Freunde, meine Familie – einfach alle wieder einmal sehen. Gleichzeitig bin ich jedoch, bei dem Gedanken, dass ich nur mehr die Hälfte meines Volontariates vor mir habe etwas wehmütig. Es kommt mir vor als wäre es erst gestern gewesen, dass ich mich von allen verabschiedet habe. Andererseits ist in diesem halben Jahr so viel passiert, dass es doch eine Ewigkeit sein muss.

Hier noch mal eine kurze Zusammenfassung:

Am 6. September machte ich mich gemeinsam mit Anna, Anne und Johanna, nach intensiver Vorbereitung, auf nach Äthiopien. Anne und ich fuhren gleich am Morgen nach der Landung am Flughafen in Addis Abeba nach Zway. Wir waren überwältigt von den vielen Eindrücken. Das erste Monat war eher ruhiger, da wir erst Anfang Oktober mit unserer Hauptaufgabe, dem Englischunterrichten, beginne konnten und so hatten wir genügend Zeit uns auf unsere neue Heimat einzustellen.

Gleich von Beginn an schlossen wir die Kinder von Zway ins Herz, besonders natürlich die Kinder vom Tokuma-Projekt, den mit ihnen verbringen wir den Großteil unserer Freizeit.

Nach dem ersten Schock über die hohe Anzahl meiner Schüler (420!!!) und deren enormer Unterschied in ihrem Alter (8-22 Jahre), komme ich mittlerweile sehr gut mit der Herausforderung zu Recht. (Die vielen Namen bereiten mir leider immer noch Schwierigkeiten.) Nur ab und zu kommt es vor, dass beim Unterrichtsvorbereiten mehrere Stunden vergehen und ich mir abschließend trotzdem spontan Lehrstoff aus den Fingern ziehen muss. Daran dass es in meinen Unterrichtsstunden, im Vergleich zu denen der anderen Lehrern, immer noch sehr laut ist, hat sich nichts geändert, da es sich jedoch vorwiegend um Englischkonversation handelt  ist das aber auch nicht überraschend.

Neben Grade 4 – Grade 9 (4. VS – 1. Oberstufe) unterrichte ichseit einem Monat auch Grade 3 und 4 der Volksschule in Dida, ein kleines, abgelegenes Dorf, ca. eine halbe Autostunde von Zway entfernt. Vor 2 Wochen begann ich auch 5 Gruppen mit jeweils 3-4 der Mädchen vom Egisera Projekt in IT zu unterrichten. Wir begannen echt bei null, also was ein Computer ist und wie man in einschaltet. Die Geduld zahlt sich jedoch auf jeden Fall aus, denn die Mädchen machen echte Fortschritte.

In meiner Freizeit versuchte ich meine Kondition ein bisschen zu verbessern. So startete ich anfangs mit Fußball Training. Nach ein paar Trainings musste ich jedoch leider feststellen, dass ich einfach echt nicht gut darin bin. So beschränkte ich mich auf Volleyball und versuchte mich möglichst oft zum morgendlichen Laufen zu motivieren. Das mir die Äthiopier auch darin sehr überlegen waren zeigten sie mir beim 10km Don Bosco-Lauf. (Der erste war nach 35 min in Ziel und hatte eine Spitzengeschwindigkeit von 30km/h). So probiere ich es seit 2 Wochen mit Taekwondo. Gemeinsam mit 47 Äthiopiern und 4 Äthiopierinnen versuche ich mich 3 mal wöchentlich um 6:00 morgens zum Training zu motivieren.

Da momentan mein Zeitplan doch ziemlich voll ist, lasse ich meinen Unterricht in der 11 Klasse (als Schülerin) etwas schleifen. Nur mehr gelegentlich schaffe ich es in die Klasse und so ließ ich auch die Final Exams ausfallen um mich nicht vor meinen Schülern blamieren zu müssen. Bei der Weihnachtsfeier war ich natürlich schon vertreten. Bzgl.  Party machen ohne Alkohol  und noch dazu unter Tags können wir echt was von ihnen lernen.

Ich genieße die Zeit hier wirklich sehr und bin über froh all diese Erfahrungen machen zu dürfen. Obwohl ich, gerade in der letzten Zeit, doch oft an zu Hause denke, hatte ich noch nie Heimweh und bereute meine Entscheidung, ein Jahr freiwillig zu arbeiten, auch noch nie.

Jetzt freue ich mich aber trotzdem schon unbeschreiblich auf übermorgen und natürlich auch auf meinen Vortrag am Donnerstag, den 23. Februar, beim dem´s dann Details, unzählige Fotos, Injera  & Wot, Wein & Bier und auch ziemlich coole Fair Trade Produkte vom Tokuma Projekt gibt. Freue mich auf dein Kommen!

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - Februar 19, 2012 in Uncategorized