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Archiv für den Monat Dezember 2011

Weihnachten mal anders

Es ist erstaunlich wie schnell man sich an manche Dine gewähnt und wie schnell vieles selbstverständlich wird.

Mittlerweile ist es keine böse Überraschung mehr, dass mind. 1 mal pro Tag der Strom weg ist (Electricity shortage) und auch an das manchmal ohne fließend Wasser Duschen habe ich mich schon gewöhnt.

In meinen ersten Tagen hier sah ich vor allem die Armut der Menschen. Kinder die nur mit einem oder ohne Schuhe auf der mit Müll übersäten, staubigen Straße spielten. Mittlerweile sehe ich an Stelle der Armut viele bekannte, freundliche Gesichter, die einem schon von weitem grüßen, und vor allem viele unbeschwerte, lachende Gesichter der süßen Kinder.

Heuer verbrachte ich mein 1. Weihnachten ohne meine Familie und Freunde. Obwohl ich natürlich alle sehr vermisste, war es doch etwas ganz besonderes und auch sicherlich unvergessliches. Auch meinen 20. Geburtstag genoss ich sehr. Die Kinder im Oratorium waren an diesem Tag (siehe Fotos) besonders süß und die Aspiranten überraschten mich sogar mit einer kleinen Party. Die von Anne mit sehr viel Liebe zubereitete Sachertorte war einfach lecker.

Heute Mittwoch schaffte ich es nach längerer Abwesenheit (viel zu tun J )wieder einmal in den Unterricht mit der 11. Klasse. Schön langsam bekommen wir echt viel zu tun. Ich unterrichte jetzt auch noch die 4. Klasse an der Primary School (einfach zum fressen süß die Kleinen, wenn bei 65 Kindern auch manchmal anstrengend).

Nach dem äthiopischen Weihnachten (7. Jänner) werden wir, gemeinsam mit Giacomo, Mittwoch Nachmittags dann auch die Primary School in Dida in Englisch unterrichten und den lokalen Leitern des Tokuma & Egisera Projekts Computer und English-Conversation Unterricht geben.

Dieses Wochenende kommen Anna und Marney (Volos in Adis Ababa) zu uns nach Zway, um gemeinsam Silvester zu feiern. (die Äthiopier feierten Neujahr 2004 ja schon Anfang September). Freue mich schon sehr darauf! J

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Verfasst von - Dezember 28, 2011 in Uncategorized

 

School, school, school

Nach ein paar Runden bei Sonnenaufgang laufen, startete ich gestern in meinen ersten Schultag an der Don Bosco High School. Dieses Mal als Schülerin! 

Warum das?

Neben dem Englisch Unterrichten an der 5-8 Klasse der Junior School, den 9ten Klassen der High School, der Aspiranten und der Mädchen vom Egisera Projekt habe ich momentan noch immer genügend Freizeit. Außerdem möchte ich so viel wie möglich über die äthiopische Kultur und auch das äthiopische Schulsystem erfahren. Den Schulalltag nicht nur als Lehrerin sondern auch als Schülerin hautnah mit zu erleben ist die beste Gelegenheit. Um 8:00 fand der tägliche Morning-Talk (Versammlung aller Schüler) der Junior School statt. Da letzten Donnerstag gemeinsam der äthiopische Nationalfeiertag gefeiert wurde und zu diesem Anlass auch ein Wissenswettbewerb stattfand, wurden heute die Sieger mit kleinen Geschenken (Hefte, Kugelschreiber) gekürt. Anschließend ging ich gleich in die 11 Klasse Social Studies um mich meinen 73 neuen Klassenkollegen vorzustellen. In der 1. Stunde hatten wir Economics und die Schüler bekamen ihre Mid exams der letzten Woche zurück. Obwohl kein Regelunterricht stattfand, war es sehr interessant für mich, vor allem da es auch meine 1. Unterrichtsstunde in Amharisch war. Auch in Englisch und in Mathematik wurden die Tests zurückgegeben. (Es tut gut zu wissen, das auch bei anderen Lehrern di eSchüler manchmal sehr laut sein können) Um 10:15 musste ich die Klasse dann auch schon wieder verlassen, da ich in der 9. Klasse unterrichtete. Auch nachmittags stand wieder unterrichten am Programm.

Was gibt’s sonst so neues?

JUNIOR SCHOOL Der Unterricht an der Junior School macht mir noch immer große Freude. Mittlerweile konnte ich mir auch schon ein paar der 300 Namen merken. Die letzten Wochen hatten wir in allen 5 Klassen der Junior School unseren 1. Test. Großteils waren die Schüler sehr brav und konzentrierten sich auf ihre Tests. Ich musste mir das Lachen verkneifen, als ich dann doch die ersten Schüler bei ihren eher tollpatschigen Schummelversuchen erwischte. Manche Dinge sind glaub ich einfach überall dieselben.

HIGH SCHOOL Seit zwei Woche unterrichte ich auch Grade 9A & B der Don Bosco High School in Spoken English. Da letzte Woche Mid Exams stattfanden, fielen die Stunden leider aus. Und so hatte ich heute erst meine 2. UE mit 9B. Das gute an der High School ist, dass das English-level doch schon um einiges besser ist, so kann ich über viel mehr Themen mit ihnen sprechen. Die hohe Schüleranzahl () ist an der High School kein Problem, da den Schülern die Wichtigkeit von Englisch bewusst ist. E

EGISERA Nachdem ich eingesehen habe, dass manche Dinge einfach nicht oft genug wiederholt werde können, machen auch die „Egisera-Mädls“ ihre Fortschritte. Leider ist das Englisch-Level de der meisten der 15-21 jährigen Mädchen dennoch stark mit dem der Junior School (10-15 Jahre) vergleichbar.

ASPIRANTS Am vielseitigsten lässt sich sicher der Unterricht mit den Aspiranten gestalten, Da es nur 8 sind und sie auch, für äthiopische Verhältnisse, sehr gut Englisch können.

ORATORIUM Jeden zweiten Sonntag fahren Anne und ich ins Oratorium nach Dida (Außenpfarre; ca. 35 km von Zway entfernt). So gings auch gestern wieder mal nach Dida. Auch dort spielen wir in erster Linie mit den kleineren Kindern, da die größeren eh selbstständig Fußball etc. spielen. Besonders um „Ferentschis“ (= Weiße) ist immer ein großer Rummel. Wenn die Kinder unterbeschäftigt sind, oder glauben nicht genug Aufmerksamkeit zu bekommen, versuchen einige mit allen Mitteln Aufmerksamkeit zu bekommen und zwicken oder boxen einen. Gestern sangen und tanzten wir viel und konnten dies so vermeiden. War echt wieder einmal ein tolles Oratorium.

UND SONST SO??? Weihnachtslieder haben wir heuer noch keine gehört und auch sonst sind wir noch nicht wirklich in Weihnachtsstimmung. Wir genießen jedoch die Sonne und die angenehmen Temperaturen in Zway. Montagabend sind auch Giacomo und Alexandra mit ihren zwei Söhnen Federico (2Monate und Emanuele(2 Jahre) zurück nach Zway gekommen. Die zwei Kleinen sind einfach unbeschreiblich süß. Es ist toll, dass das Volontärshaus jetzt wieder etwas voller ist.  Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Unterrichten hier eine großartige Herausforderung ist und ich einfach täglich wieder von der Freundlichkeit der Mensch hier überrascht werde. Mit meinem amharisch habe ich mittlerweile das Level erreicht, bei dem das Lernen und Üben schon richtig Spaß macht. Finde mich mittlerweile bei amharischen Alltagsgesprächen gut zurecht und habe morgen Mittwoch sogar meine erste Präsentation auf Amharisch in der 11. Klasse. Ich bin echt glücklich hier zu sein.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - Dezember 13, 2011 in Uncategorized